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Wissen rund um Geldanlage und Finanzen

Anlage- und Finanzlexikon E

Begriffe rund um Geldanlage und Finanzen.

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217 BegriffeA–Z übersichtlich erklärt

Wissen von A bis Z

Finanzbegriffe mit E

11 Begriffe

EBIT

Engl.: "E(arnings) B(efore) I(nterest) and T(axes)"

EBIT ist eine Unternehmenskennzahl. Sie berechnet sich aus dem Jahresüberschuss vor Steuern bereinigt um Zinsen, sonstige Finanzierungsaufwendungen oder -erträge und dem außerordentlichen Ergebnis.

Die Kennzahl beschreibt die operative Ertragskraft eines Unternehmens.

EBITDA

Engl.: "E(arnings) B(efore) I(nterest), T(axes), D(epreciation) and A(mortization)"

EBITA ist eine Unternehmenskennzahl. Sie berechnet sich aus dem Jahresüberschuss vor Steuern bereinigt um das Zinsergebnis, dem außerordentlichem Ergebnis und der Abschreibungen.

Die Kennzahl beschreibt die betriebliche Leistungsfähigkeit vor Investitionsaufwand. Berücksichtigt werden muss dabei allerdings, dass Erhaltungsinvestitionen in Anlagen und Maschinen für den weiteren reibungslosen Ablauf des Betriebes erforderlich sind.

Effekten

Effekten umfassen sämtliche Arten von handelbaren und vertretbaren (fungiblen) Wertpapieren, die der Kapitalbeschaffung und Anlage von Kapital dienen.

Gläubigereffekten gestalten Vertragsbeziehungen zwischen einem Gläubiger (Käufer) und einem Schuldner (Emittent), z.B. Pfandbriefe, Schuldverschreibungen, Bundesanleihen.

Teilhabereffekten verbriefen die Beteiligung an einem Unternehmen (Aktien) oder einem Fondsvermögen (Investment). Es existieren auch Mischformen wie z.B. Genussscheine oder Optionsanleihen.

Effekten werden von Kreditinstituten vertrieben und an der Börse gehandelt. Banknoten, Schecks und Wechsel zählen nicht zu den Effekten, weil diese entweder keine Wertpapiere oder nicht fungibel sind.

Eigenkapitalfonds

Eigenkapitalfonds fallen unter den Oberbegriff Geschlossene Fonds. Im Gegensatz zu den üblichen Gestaltungen in diesem Investitionssegment arbeitet ein Eigenkapitalfonds ausschließlich mit dem eingeworbenen Eigenkapital der Beteiligten. Da bewusst auf eine Renditehebelung durch die Zumischung von Fremdkapital verzichtet wird, birgt diese Anlageform deutlich geringere Risiken und gilt als vergleichsweise sicher.

Einlagensicherungsfonds

Einlagensicherungsfonds sind freiwillige Sicherungssysteme von Banken, die die Kundengelder im Falle einer Insolvenz (zusätzlich) sichern sollen. In Deutschland gibt es auch ein gesetzlich geregeltes Sicherungssystem, das im Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz geregelt ist: Danach sind Einlagen von Kunden und Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften von Anlegern allerdings nur bis zu einer Höhe von 100.000 EUR abgesichert. Ein Einlagensicherungsfonds greift dann ein, wenn ein Schaden oberhalb der 100.000 EUR-Grenze liegt. In diesem Fall übernimmt er im Falle der Insolvenz eines mitwirkenden Instituts die Einlagenteile oberhalb der 100.000 EUR-Grenze.

In Deutschland gibt es verschiedene Einlagensicherungsfonds, z.B. den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken sowie den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands. Für die Sparkassen gibt es u.a. 11 regionale Sparkassen-Stützungsfonds.

Die Banken zahlen in die jeweiligen Einlagensicherungsfonds, denen sie angehören, jährlich einen bestimmten Betrag ein, dessen Höhe sich nach Umsatz und Bonität des jeweiligen Unternehmens bestimmt.

Emerging Market

Die Aktienmärkte von Schwellen- oder Entwicklungsländern sowie der ehemaligen Ostblockstaaten werden häufig als emerging markets (engl. für Wachstumsmärkte) bezeichnet. In der Regel verfügen diese Länder über ein deutlich größeres Wirtschaftswachstum als die Industrienationen. Deshalb schreibt man vielen dieser Märkte auch ein großes Wachstumspotenzial zu. Allerdings verfügen sie häufig über eine niedrigere Liquidität, sodass größere Wertpapiertransaktionen einen starken Einfluss auf die Kursentwicklung haben können.

Emission

Als Emission bezeichnet man die Ausgabe von Wertpapieren sowie deren Platzierung an einem organisierten Geld- oder Kapitalmarkt - z.B. an einer Börse. Auch die Ausgabe von Geld als gesetzlichem Zahlungsmittel durch die Notenbank wird Emission genannt.

Emissionsprospekt

Der Emissionsprospekt ist die Pflichtpublikation für Unternehmen, die ihre Papiere am Aktienmarkt platzieren wollen. Im Emissionsprospekt müssen alle relevanten Zahlen und Fakten über das Unternehmen enthalten sein. Überdies ist der Emittent verpflichtet, auf eventuelle Risiken hinzuweisen. Falsche oder unvollständige Angaben können zu Schadenersatzansprüchen der Anleger führen.

Pflichtangaben sind solche über die Entwicklung, die laufende Geschäftslage, die Geschäftsaussichten sowie die Veröffentlichung des aktuellsten Jahresabschlusses. Der Unternehmensbericht muss vom Emittenten unterschrieben werden. Der Emissionsprospekt muss in deutscher und englischer Sprache publiziert werden.

Emittent

Ein Emittent (von lateinisch "emittere": hinauswerfen) ist ein Unternehmen, ein Geldinstitut, eine Kommune oder ein Land, welches Wertpapiere erstmals in Umlauf bringt. Ziel des Emittenten ist es, sich Liquidität zu verschaffen. Käufer, die das Angebot annehmen, verfügen als Zeichner dieser Wertpapiere über einen Liquiditätsüberschuss.

Von der Emission profitieren beide Seiten: Der Emittent, weil er sofort über Liquidität verfügen kann, für die er niedrigere Zinsen als für einen Kredit bei der Bank zahlen muss und der Zeichner, weil er durch Zins- oder Dividendenzahlungen und/oder (im Idealfall) spätere Verkaufsgewinne eine Rendite auf das eingesetzte Kapital erwirtschaftet.

Ethik-Fonds

Ethik-Fonds sind Fondsstrukturen, die bei der Auswahl ihrer Investments besonderen Wert darauf legen, dass die Investitionsobjekte vorher definierte ethische Grundsätze wie z.B. die Vermeidung von Umwelt und Gesundheitsschäden oder die Ausbeutung von Menschen einhalten. Unter Berücksichtigung der Grundausrichtung und der Anlagephilosophie werden diese Fonds im Sprachgebrauch häufig auch als Nachhaltigkeits-Fonds (engl. Sustainability-Fonds) bezeichnet.

Obwohl der Ethik- bzw. Nachhaltigkeitsansatz noch vor einigen Jahren belächelt wurde, hat sich gezeigt, dass sich Anlagen, die diese Philosophie verfolgen, durchaus erfolgreich am Markt behaupten können. Inzwischen gibt es für diese Aktien eigene Indizes wie z.B. den ÖkoDax©.

Euribor

Euribor, die Abkürzung für "European interbanked offered rate", ist der Geldmarktzinssatz in den elf Teilnehmerländern der Europäischen Währungsunion, zu dem die Banken sich untereinander Geld ausleihen. Im Euribor gingen die bisherigen nationalen Geldmarktsätze auf, z.B. der Fibor. Derrivative Finanzprodukte wie Futures und Optionen basieren häufig auf diesem Geldmarktsatz.