Leerverkauf
Beim
Leerverkauf (engl.: short sale) verkauft der
Leerverkäufer (engl.: short-seller)
Aktien bzw. andere handelbare Rechte oder auch Rohstoffe wie etwa Gold, ohne Eigentum daran zu haben. Er
spekuliert dabei auf fallende Kurse und damit auf einen Rückkauf zu einem niedrigeren Preis.
Da der Leerverkäufer faktisch Aktien besitzen muss, um sie zu verkaufen, leiht er sich diese für den Zeitraum, bis er seine sog.
short-position durch eigene Aktien schließen muss, von z.B. Versicherungen oder Pensionskassen. Diese berechnen dafür Leihgebühren und generieren so einen
Zusatzertrag aus i.d.R. strategisch und langfristig angelegten Aktienpaketen. Geht die Spekulation auf, ist die Differenz zwischen Verkaufskurs und dem dann niedrigeren Kaufkurs abzüglich der Transaktionskosten und der Leihgebühr der Gewinn des short-sellers. Bei steigenden Kursen ist das
Verlustrisiko dagegen tendenziell unbegrenzt.
Libor
Libor steht für "London interbank offered rate" und bezeichnet den in London geltenden Zinssatz für den Interbanken-Handel. Er gibt an, wie teuer das Geld ist, das sich eine Bank am Finanzplatz London von einem anderen Institut ausleiht. Insofern ist der Libor das britische Pendant zum
Euribor der Euro-Länder.
Libor und Euribor gelten als
Referenzzinssatz für verschiedenste Finanzmarktgeschäfte (z.B. bei variabel verzinsten
Anleihen).
Limits
Ein
Limit ist der äußerste Preis, den ein Anleger für den Kauf oder Verkauf eines
Wertpapiers (z.B.
Aktien,
Anleihen etc.) zu zahlen bereit ist. Gibt ein Anleger einen solchen Auftrag an die Bank, handelt es sich um einen
limitierten Auftrag: Falls es innerhalb dieses Limits keinen Markt gibt, kommt das Geschäft nicht zustande.
Ein Limit ist tagesgültig oder gilt bis zum Ende eines Monats. Das Limit schützt Aktienkäufer und -verkäufer vor überraschenden Kursausschlägen. Wer seiner Bank kein Limit gibt, stimmt damit einem Kauf oder Verkauf auf der Basis "billigst" oder "bestens" zu.
Liquidität
Unter
Liquidität versteht man die Möglichkeit, eine Kapital- oder Geldanlage in Bargeld umzuwandeln. Hierbei gilt: Je schneller und einfacher sie in Bargeld umgewandelt werden kann, desto liquider ist die Anlage. Die Umwandlung in Bargeld kann entweder durch Tilgung, Verkauf, Kündigung oder Beleihung der Anlage erfolgen.
Je größer die Möglichkeit ist, eine Kapitalanlage in Bargeld zu transferieren, anders gesagt, je liquider eine Anlage ist, desto geringer wird die
Rendite sein, die damit erzielt werden kann. Andererseits ist auch das
Risiko geringer, das mit dieser Anlageform verbunden ist, da im Falle einer Risikoverschlechterung schnell reagiert werden kann.
Liquiditätsrisiko
Ein Liquiditätsrisiko besteht einerseits darin, vor dem Fälligkeitstermin über das angelegte Kapital verfügen zu müssen und andererseits, bei engen Märkten oder großen Summen mit der Verkaufsorder den Kurs negativ zu beeinflussen. Der Kursbeeinflussung kann durch ein Verteilen der Verkaufsorder über einen längeren Zeitraum und durch Eingabe von limitierten Verkaufsaufträgen in begrenztem Maß entgegen gewirkt werden. Anlagen können durch Tilgung, Verkauf, Kündigung oder Beleihung in Liquidität verwandelt werden.
Eine erfolgreiche Anlagestrategie staffelt die Rückzahlungszeitpunkte verschiedener Kapitalanlagen über einen längeren Zeitraum, und minimiert auf diese Weise das Liquiditätsrisiko.
Lombardsatz
Der
Lombardsatz war bis 1999 der von der Deutschen Bundesbank festgelegte Zinssatz, zu dem Banken
Wertpapiere zur Liquiditätsbeschaffung verpfänden konnten. Heute gilt dafür der
Spitzenrefinanzierungssatz der Europäischen Zentralbank.