Dachfonds
Sogenannte
Dachfonds investieren nicht direkt in Wertpapiere, wie zum Beispiel Aktien oder Renten, sondern in andere
Investmentfonds, die dann sogenannten
Zielfonds. Zielfonds kann jeder zugelassene Investmentfonds sein, der in die jeweilige
Anlagestrategie des Dachfonds passt. Anteile an Dachfonds können täglich ge- bzw. verkauft werden.
Dachfonds legen ihr Vermögen i.d.R. in 10 - 20 Einzelfonds an. Hierdurch wird eine starke
Risikostreuung erreicht, die ansonsten bei einer Anlage in verschiedenen Teilmärkten kaum möglich wäre. Dachfonds eignen sich für den
langfristig strukturierten Vermögensaufbau und eine
strategische Vermögensanlage, bei der die Einzelentscheidung auf ein professionelles Management übertragen wird.
Steuerlich können erzielte Veräußerungsgewinne im Dachfonds
ohne Steuerbelastung reinvestiert werden, die Abgeltungsteuer wird erst bei Verkauf des Fonds fällig. Durch den Zinseszinseffekt kommt es dadurch zu wesentlich höheren Renditen. Nachteilig wirken sich die anfallenden Mehrkosten durch die auf mehreren Ebenen entstehende Management- und Verwaltungs-Vergütung aus.
DAX
Im
DAX sind 30 Werte führender deutscher Unternehmen zusammengefasst, die an den deutschen
Börsen im Amtlichen Markt zugelassen sind und im
Prime-Standard gehandelt werden müssen. Der DAX zeigt Kursschwankungen am Aktienmarkt an und bildet die Basis für die Termingeschäfte an der Deutschen Terminbörse.
Der DAX wird nach einer komplizierten mathematischen Formel durch das elektronische
Kurs-Informations-Service-System (KISS) nach den Preisen des Computerhandelssystems XETRA berechnet. Der Wert wird laufend aktualisiert.
Firmen, die in die DAX-Auswahl aufgenommen werden, müssen folgende Bedingungen erfüllen:
- hohe Umsätze,
- hohe Marktkapitalisierung,
- hoher Aktienanteil im Streubesitz sowie
- inländisch und von überregionaler Bedeutung.
Die aktuellen Werte im DAX finden Sie hier:
www.boerse-frankfurt.de. Dort finden Sie auch Informationen darüber, welche Unternehmen mit welcher Gewichtung aktuell in den DAX eingehen.
Daytrader
Ein
Daytrader ist ein Anleger, der sich die Kursschwankungen an einem Tag zunutze macht. Ein Daytrader kauft morgens ein
Wertpapier, verfolgt während der Handelszeit dessen Entwicklung und verkauft es bei Kurssteigerungen am gleichen Tag wieder.
Der Vorteil ist, dass der Kauf und Verkauf an einem Tag liegt und der Trader keine Liquidität bereitstellen muss.
Der Nachteil ist jedoch umso größer, wenn das Wertpapier nicht den gewünschten Kursgewinn erzielt und der Trader auf Kredit gekauft hat. Entweder verkauft er dann mit Verlust am gleichen Tag oder er muss für die Inanspruchnahme des Kredites Zinsen zahlen. Auch fallen die Gebühren jeweils für den Kauf und Verkauf an.
Depot
Wertpapiere werden in der Regel bei einer Bank auf einem Depotkonto, kurz
Depot genannt, verwahrt. Für die Aufbewahrung und Verwaltung der Wertpapiere bezahlt der Kunde Gebühren an seine Bank. Diese Gebühren umfassen nicht die Transaktionsgebühren.
Die Verwaltung umfasst das Einziehen von
Dividenden und Zinsen sowie die Ausübung von Bezugsrechten. Banken bieten den Depotinhabern auch an, das Stimmrecht für alle im Depot verwahrten
Aktien bei der Hauptversammlung für sie wahrzunehmen. Dieses sogenannte
Depotstimmrecht verschafft den Banken eine machtvolle(re) Position auf den Hauptversammlungen und wird von Experten und Aktionärsschutzgemeinschaften kritisch gesehen.
Unterschieden wird bei Depots zwischen der
Girosammelverwahrung, bei der der Aktionär lediglich einen Eigentumsanteil an einem Gesamtbestand von bestimmten Wertpapieren erwirbt, und der
Streifbandverwahrung, bei der die Wertpapiere als realer Gegenstand mit einem Streifband versehen, das den Namen des Kunden trägt, im Tresor der Bank liegen.
Depotbank
Als
Depotbanken bezeichnet man Kreditinstitute, bei denen die Sondervermögen (z.B. Wertpapiere) von Investmentfonds in Wertpapierdepots hinterlegt werden. Hintergrund ist eine Regelung im Investmentgesetz, nach der eine Kapitalanlagegesellschaft das ihr anvertraute Sondervermögen (Fondsvermögen) nicht selbst verwahren darf. Vielmehr muss es bei einer unabhängigen Bank - der Depotbank - deponiert werden.
Die Depotbank ermöglicht den Zugang an die Börsen und übernimmt bei der Abwicklung von Wertpapiertransaktionen die Umbuchung der Wertpapiere in die entsprechenden Depots. Dafür erhebt die Depotbank von der
Fondsgesellschaft eine
Depotgebühr.
Depotgebühr
Die
Depotgebühr fällt für die Verwahrung und Verwaltung der
Wertpapiere in einem Wertpapierdepot an. Sie wird ähnlich der
Kontoführungsgebühr monatlich, vierteljährlich oder jährlich abgerechnet. Die Höhe der Depotgebühr richtet sich nach den zu verwaltenden Wertpapieren und deren Wert. Sie ist zumeist in einem
Promillesatz ausgedrückt. Bei Depotgebühren fällt der volle Mehrwertsteuersatz an.
Banken und Kapitalanlagegesellschaften (
Fondsgesellschaften) verzichten teilweise auf die Depotgebühr bei
Anleihen oder
Fonds aus dem eigenen Haus oder aus dem Finanzverbund.
Bundesschatzbriefe und Bundesfinanzierungsschätze werden bei der Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH kostenfrei geführt. Einige Banken verzichten auch für Bundespapiere auf Depotgebühren.
Derivate
Das lateinische "derivare" = "ableiten" stand Pate bei diesem Wort. Bei
Derivaten handelt es sich um gegenseitige Verträge, deren Preis sich von einer marktabhängigen Bezugsgröße ableitet. Als Basiswerte kommen andere Wertpapiere (z.B.
Aktien,
Anleihen), marktbezogene Referenzgrößen (Zinssätze, Indices), andere Handelsgegenstände (Rohstoffe, Devisen) oder auch Wahrscheinlichkeiten wie z.B. der Gesundheitszustand einer Gruppe infrage. Derivate vollziehen die Schwankungen der Preise dieser Anlageobjekte überproportional nach.
Wichtige Finanzderrivate sind Termingeschäfte und Optionen. Der Handel mit Derivaten verlangt vom Anleger eine sehr gute Kenntnis des Finanzmarktes, ständige Präsenz und Information.
Directors' Dealing
Mit dem Begriff Directors' Dealing werden spezielle Melde- und Veröffentlichungspflichten für Manager von Kapitalgesellschaften bezeichnet. Diese regeln, dass Mitglieder der Geschäftsführungs- und Aufsichtsorgane eines Emittenten oder persönlich haftende Gesellschafter und deren Familienangehörige Geschäfte mit eigenen Wertpapieren sowie darauf ausgerichtete Finanzinstrumente, insbesondere in Derivaten, innerhalb von 5 Tagen nach Durchführung melden müssen - und zwar sowohl dem Emittenten als auch der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
In einem zweiten Schritt sind Emittenten verpflichtet, die ihnen vorliegende Meldung zu veröffentlichen und dies der BaFin anzuzeigen. Die BaFin wiederum veröffentlicht diese Meldungen in einer für jedermann via Internet einsehbaren Datenbank. Da dieses Kauf- und Verkaufverhalten der Manager Rückschlüsse auf den zu erwartenden Aktienkurs zulässt, gibt es ein auf Grundlage der Directors' Dealing-Daten der BaFin entwickeltes Börsenbarometer.
Direktbank
Unter einer Direktbank versteht man im engeren Sinne Banken, welche keine Geschäftsstellen mit Kundenverkehr unterhalten. Direktbanken sind lediglich über Telefon, Internet oder durch Brief- und Faxverkehr zu erreichen.
Direktbanken verzichten zumeist bewusst auf Beratung und Betreuung, sondern verwalten und verwahren die Wertpapiere des Anlegers und ermöglichen diesem den Zugang zu den weltweiten Börsen. Diesen Kostenvorteil der Nichtbereithaltung von Beratungsqualität in Aktien geben die Direktbanken dem Kunden in Form von günstigen Depotverwaltungs- oder Transaktionskosten weiter.
Disagio
Das Disagio (auch Damnum oder Abgeld genannt) ist ein Abschlag vom Darlehnsbetrag , der vom Darlehnsbetrag bei der Auszahlung abgezogen wird. Der Darlehnsnehmer muss aber für den Gesamtbetrag Zinsen entrichten und ihn zu 100 % zurückzahlen. Über das Disagio "subventioniert" der Darlehnsnehmer selbst einen niedrigeren Zinssatz. Unter bestimmten Umständen kann das Disagio steuerlich geltend gemacht werden.
Discount-Zertifikate
Discount-Zertifikate eignen sich für konservative Anleger, die sich mittelfristig vor Börsenschwankungen schützen wollen und keine Kurssteigerungen erwarten.
Basiswerte eines Zertifikats können
Aktien,
Zinsinstrumente,
Währungen oder
Rohstoffe sein.
Der Käufer des Zertifikats erhält das Recht, den Basiswert zu einem unter dem aktuellen Kurs liegenden Preis (Discount) zu einem Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen. Der Kursanstieg ist auf einen maximalen Höchstbetrag festgelegt (Cap). Die Differenz zwischen Einstiegskurs und diesem Höchstbetrag ist der maximal mögliche Gewinn des Anlegers. Liegt der Kurs des Referenzwertes unterhalb des Cap, kann der Emittent wählen, ob er den aktuellen Preis des Zertifikats in bar auszahlt oder dem Anleger den Referenzwert - möglich bei Aktien - zum aktuellen Kurs liefert. Fällt der Kurs des Basiswertes bei Fälligkeit so weit, dass der Discount aufgebraucht ist, erleidet der Anleger einen Verlust. Theoretisch ist ein Totalverlust des eingesetzten Geldes denkbar, wenn aufgrund einer Unternehmenspleite wertlose Aktien übernommen werden müssen.
Discount-Zertifikate sind an den deutschen Wertpapierbörsen eingeführt und täglich handelbar
Diversifikation
Die
Diversifikation ist eine Strategie zur
Risikominimierung. Das anzulegende Vermögen wird auf "diverse", sprich unterschiedliche
- Anlageprodukte,
- Regionen,
- Branchen,
- Märkte,
- Laufzeiten und/oder
- Währungen
verteilt, um nicht ausschließlich einem
Risiko ausgesetzt zu sein.
Risiken können zwar durch Diversifiation gemindert, aber nie ganz vermieden werden. Weniger Risiko bedeutet grundsätzlich weniger Rendite. Den Vorteilen der Diversifikation stehen oftmals höhere Kosten durch mehr Transaktionen (Transaktionskosten) gegenüber, sodass sorgfältig abgewogen werden muss, ob eine weitere Aufteilung wirklich mehr Gewinn bringt.
Diversifizierung
Die
Diversifizierung ist die Ausweitung der vorhandenen Produkt- bzw. Anlageproduktpalette.
Beispiel:Ein Bäckermeister, der bisher nur Brote und Semmeln in seinem Produktportfolio hatte und feststellt, dass Kuchen und Torten auch gut in sein Geschäftsumfeld passen und sich dort auch verkaufen lassen, wird sich für eine Diversifizierung in diese Produkte entscheiden und diese daher zusätzlich anbieten.
Für einen Anleger bedeutet Diversifizierung, dass er eine breitere Streuung seiner Anlagen etwa von bisher nur
Rentenpapieren in
Aktien oder
Fonds vornimmt und so das Risiko verringert, deutliche Verluste zu erleiden, wenn die Anlageform oder die gewählte Branche plötzlich nachgibt.
Dividende
Die
Dividende ist der Anteil am Gewinn einer
Aktiengesellschaft (AG), die an die Aktionäre ausgezahlt werden. Rechtsgrundlagen hierfür sind zum einen das
Aktiengesetz und zum anderen die
Satzung des betreffenden Unternehmens. Über die Höhe der Dividende entscheidet die Hauptversammlung der AG aufgrund eines Vorschlags des Vorstands.
Die Dividendenpolitik der Unternehmen kann entweder auf die Anteilseigner ausgerichtet sein und versuchen, eine möglichst hohe Dividende auszuschütten (
Shareholder Value), oder versuchen, den größten Teil des Gewinns im Unternehmen zur Investition zu belassen. Die Rendite, die mit Dividenden erwirtschaftet wird, ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen dem Aktienkurs und der pro Aktie ausgeschütteten Dividende. Am ersten Tag nach der Dividendenausschüttung erscheint der betreffende Börsenkurs mit dem Zusatz "exDIV" (steht für "ex Dividende").
Inländische Dividenden unterliegen den Bestimmungen der
Abgeltungsteuer, ausländische Dividenden werden steuerlich wie inländische Kapitalerträge angesehen, ausländische Quellensteuer kann u.U. angerechnet werden.
Dividendenabschlag
Ein
Dividendenabschlag, ergibt sich - rein rechnerisch - am
Tag der Dividendenausschüttung einer börsennotierten
Aktiengesellschaft. Der Marktwert des Unternehmens sinkt um die ausgezahlte Dividende.
Die Ausschüttung erfolgt i.d.R. am ersten Börsentag nach der Hauptversammlung, auf der die Höhe der
Dividende von den Aktionären beschlossen wurde. Die Aktie wird an diesem Tag mit dem Kurszusatz "ex Dividende" gehandelt. Je nach Höhe der Dividende ist dieser Abschlag innerhalb von Sekunden nach Handelsbeginn wieder aufgeholt.
Dynamisches Depot
Ein Anleger, der die Chancen der Märkte nutzen will, wird bereit sein, größere Risiken einzugehen. Sein
Anlageziel ist es, größtmögliche Gewinne zu erzielen, deshalb werden Aktien bevorzugt. Einem
dynamischen Depot können auch hoch spekulative Produkte wie
Optionsscheine, die sozusagen eine Wette auf zukünftige Entwicklungen darstellen, beigemischt sein.
Ein solches
Depot kann z.B. bestehen aus:
Fes
tverzinslichen Wertpapieren (10 %)In- und ausländischen Aktien (60 %)Optionsscheinen (20 %)Finanzinnovationen (10 %)